Mein lustiges Tier-ABC

Buchcover rot mit ABC

Erinnert ihr euch noch an euren Schulanfang? An die Zuckertüten und welche hübschen Kleider oder Anzüge ihr getragen habt? An all die Geschenke? Wisst ihr noch, wie eure Schule gerochen hat? Woran erinnert ihr euch?

Wenn ich an diese Zeit zurückdenke, sehe ich mich in diesem knall-lila Kleid mit riesigem, weißen Spitzenkragen und Petticoat, in Lackschuhen und Vokuhila auf dem Kopf. Oh Mann, die frühen 90er… alles war möglich und wir waren so hungrig auf alles Neue und Bunte. (Na obwohl, nein, diesen Haarschnitt hatte ich mir nicht ausgesucht…) Meine Zuckertüte zierte eine Prinzessinen-Barbie und unser Wohnzimmer war voll von unglaublich vielen Geschenken, die die Leute aus dem ganzen Dorf gebracht haben. Im Ernst, der ganze Fußboden war bedeckt mit Stiften, Taschen, Malbüchern, Notizbüchern, Portemonnaies und Süßigkeiten. Noch heute bin ich überwältigt ob der schieren Masse und der Liebe und Zuneigung, die sie ja auch ausdrücken. Die Grundschule war ein kühles Gebäude, das nach Bohnerwachs roch und meine Klassenlehrerin war wunderschön. So viele Locken… Am heißen Kachelofen versengte und schmolz meine Schneehose und in der Pause hat mir ein Mitschüler einen roten Bauklotz an den Kopf geworfen. Und mit der Fibel lernten wir Lesen und schreiben – an Holzpulten, an denen unsere Ranzen hingen. Meiner war neon-gelb mit schwarzen Sternen und einem großen, dunkelbrauen Fleck von einer vergessenen Banane… Oh Mann, das verfolgt mich bis heute. Bananen in Taschen, Rucksäcken etc. sind keine gute Idee. Wirklich!

Affe sitzt auf einem Ast und isst einen Apfel.

Wenn uns Bücher nicht schon vor der Schule begleitet haben, so tun sie es spätestens ab diesem Zeitpunkt. Und genau zu diesem Zeitpunk machen wir die ersten zögerlichen Schritte in Richtung Leseautonomie. Sobald wir Lesen lernen erschließen wir ganz neue Welten, entdecken Unbekanntes und finden unsere eigenen Interessen, ja werkeln an unseren Persönlichkeiten. Damit werden wir auch niemals fertig, aber der Grundstein liegt eben beim ersten Buch.

Mit dem Buch „Mein lustiges Tier-ABC“ haben Beate Hellbach und Karoline Grunske eine perfekte Begleitung geschaffen für die Schulanfänger:innen und ich finde, es ist ein MUSS für jede Zuckertüte. Buch ist hier übertrieben, würde ich sagen. Vielmehr ist es ein Büchlein – klein aber sehr fein.

Wildschwein im Sessel

Auf 64 Seiten lernen die Kinder hier nicht nur die Buchstaben des Alphabets, sondern können sie auf den liebevoll gestalteten Doppelseiten selbst schreiben. Im Gedächtnis bleiben die Buchstaben durch aberwitzige Verse. Die auch uns Erwachsene zum Schmunzeln bringen. Dabei wird meist ein Wort besonders hervorgehoben, welches für den Buchstaben steht und welches sich die Kinder merken können.

Zwei Otter am Tisch

Wir treffen auf Apfel-essende Affen, Chinchillas aus Caracas, Papagei und Pinguin, die gern eine WG aufmachen würden oder das Wildschwein Waldemar. Diese komischen Gestalten sind ganz nach meinem Geschmack und dem der Leseratte sowieso. Ihr Standardspruch ist jetzt: „Eselsohren haben nichts in einem Buch verloren.“ Es ist herrlich!

Was will ich damit sagen? Kauft dieses Buch nicht nur für die Schulanfänger! Selbst die ganz kleinen Kinder amüsieren sich schon köstlich über den Wortwitz. Die Verse sind zum Teil so absurd, dass ihr euch mit euren Kindern vor Lachen krümmt und sie euch automatisch merkt.

Beate Hellbach / Karoline Grunske (2017): „Mein lustiges Tier-ABC“. Berlin: Eulenspiegel Kinderbuchverlag.

(ISBN: 978-3-359-01731-8)

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