Dunkel war’s, der Mond schien helle…

Dies ist eines meiner absoluten Lieblingsgedichte, die mich immer – wirklich immer zum Lachen bringen und selbst den dunkelsten Tag erhellen. Wer genau diese Zeilen in Kreuzreim geschrieben hat, ist nicht mehr wirklich nachzuvollziehen, da es ständig erweitert wurde. Er entspringt wohl dem sächsischen Volksmund des 19. Jahrhundert. (älteste Niederschrift: 1898) Goethe, Morgenstern oder Carroll werden auch als Urheber angegeben, was sich aber nicht belegen lässt.

Jetzt lehnt euch zurück und genießt die folgenden Zeilen.

Dies ist die geläufigste Form:

 Dunkel war’s, der Mond schien helle,
 Schneebedeckt die grüne Flur,
 Als ein Wagen blitzesschnelle,
 Langsam um die Ecke fuhr.
 
 Drinnen saßen stehend Leute,
 Schweigend ins Gespräch vertieft,
 Als ein totgeschoss’ner Hase
 Auf der Sandbank Schlittschuh lief.
 
 Und ein blondgelockter Jüngling
 Mit kohlrabenschwarzem Haar
 Saß auf einer grünen Kiste,
 Die rot angestrichen war.
 
 Neben ihm ’ne alte Schrulle,
 Zählte kaum erst sechzehn Jahr,
 In der Hand ’ne Butterstulle,
 Die mit Schmalz bestrichen war. 

(Droben auf dem Apfelbaume,
Der sehr süße Birnen trug,
Hing des Frühlings letzte Pflaume
Und an Nüssen noch genug.)

Quellen 1
Quelle 2

Gedichte wie dieses könnt ihr unter anderem in diesem tollen Buch finden:

Horst Kunze (2005): „Dunkel war’s der Mond schien helle“ – Ein heiteres Lesebuch für die ganze Familie. Leipzig: Verlag Faber & Faber. (ISBN: 978-3-945330-203-9)

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