Weihnachtskalender von Erich Neubert

Dieser wunderschöne Weihnachtskalender „Weihnachtswerkstatt“ begleitet unsere Familie schon ewig. Er wurde 1957 von Erich Neubert in Chemnitz veröffentlicht.

Als mein Vater ein kleiner Junge war, schenkte ihm meine Oma diesen wundervollen Abreiß-Weihnachtskalender. Seitdem wurde er jedes Jahr im Dezember aus der bunt bemalten und so unnachahmlich nach Weihnachten duftenden Holzkiste geholt, die in der Dachkammer meiner Großeltern stand. Noch heute verspüre ich die Vorfreude auf die Verheißungen der Adventszeit, wenn ich den Kalender in Händen halte. Ich musste mein Ehrenwort geben, ihr sorgsam zu behandeln und mit meinem Leben zu schützen. Na gut, das war jetzt etwas theatralisch, aber ihr wisst schon, was ich meine.

Der Weihnachtsmann besucht auf den 24 Seiten seine Wichtel, die ihm beim Plätzchenbacken, bei der Herstellung der Weihnachtsgeschenke sowie deren Verteilung an die Kinder helfen.

Die Vorstellung, dass diese Wichtel in einer Höhle unter einem Baum MEINE Weihnachtsgeschenke eigens für MICH anfertigen hat mich als Kind unbeschreiblich glücklich und dankbar gemacht.

Der Kalender zeigte mir, wohin meine Briefe an den Weihnachtsmann geliefert werden und wie viele Briefe überhaupt die Wichtel zusammen mit dem Weihnachtsmann lesen und beantworten. Ich konnte sehen, wie gedrechselt wurde, wie Teddys von Hand genäht und Eisenbahnwagons zusammengesetzt und bemalt wurden. Meine Puppenstube haben die Wichtel ebenso gezimmert, wie sie auch meine kaputte Puppe repariert haben. Es ist einfach unglablich, was diese kleinen Kerlchen alles leisten, um uns ein unvergessliches Weihnachten zu bescheren.

Zu guter Letzt schmücken die fleißigen Helferlein noch den Weihnachtsbaum für uns, damit der Weihnachtsmann am 24. Dezember in unsere heimeligen Wohnstuben kommen und die Geschenke verteilen kann.

20. Dezember

Was mich an diesem Kalender neben den wunderschönen Zeichnungen besonders fasziniert, sind die kurzen Paarreime, die jeden Tag beschreiben, was in der Werkstatt des Weihnachtsmanns passiert. Es ist als würde das Gewusel mittels Worten greifbar.

Meine Oma kannte die Reime noch bis ins hohe Alter, weil sie sie tausende Male mit ihren Kindern aufsagte, sie ihnen vorlas und darüber lachte. Genau das ist doch der Sinn eines Reimes.

Ich denke, genau das hätte Ehrich Neubert, den Kinderbuch-Illustrator, sehr glücklich gemacht, dass sich sowohl Kinder als auch Erwachsene in seine Weihnachtswelt entführen lassen und er ihnen die Wartezeit bis Heiligabend verkürzen, ja versüßen kann.

Der Erfolg gibt ihm auf jeden Fall recht, denn seine Kalender sind bis heute erhältlich – sogar auf Englisch.

Erschienen sind beim Korsch Verlag:

  • Weihnachtswerkstatt (ISBN: 9783782705608)
  • Schneeflöckchens Weihnachtsreise (ISBN: 9783782757720)
  • Teddys Weihnachtsreise (ISBN: 9783782738460)
  • Christmas Workshop (ISBN: 9783782796194)

Hier findet ihr sie.

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