Der Rittersporn blüht blau im Korn

Als Kind habe ich sehr viel Zeit mit meinem Großvater im Wald verbracht. Mein Opa – ein Hort des Wissens. Er hat mir gezeigt, wie man eine Pfeife aus einem Stück Ast schnitzt und dass man Buchecker essen kann. Wir haben zusammen Huflattich gesammelt an den Schienen der ehemaligen Kleinbahn und er hat mir erklärt, dass sie als Tee sehr gut gegen Husten seien. Ich höre ihn noch immer sprechen und sehe ihn, wenn ich Huflattich oder Buchecker entdecke.

Die Liebe zur Natur hat er mich gelehrt und ich bin ihm so unglaublich dankbar für die Zeit! Nun bin ich nicht mein Opa, mit all dem Wissen, welches er in sich trug und all der Erfahrung. Das macht mich zuweilen sehr traurig, weil ich meiner kleinen Leseratte so gern auch alles zeigen, erklären und benennen würde.

Zum Glück gibt es Bücher, die den Kindern die Flora und Fauna erklären und so uns Eltern sehr gut unterstützen. Eines dieser Bücher hat mir eine ganz wunderbare Freundin empfohlen, weil sie es schon ihren heute erwachsenen Kindern vorgelesen hat.

Heute soll es also um das Buch „Der Rittersporn blüht blau im Korn“ gehen, ein Buch von Heinz Kahlau aus dem Jahr 1972. Es sei geeignet für Kinder ab 6 Jahren, sagt der Klappentext. Wie bei den meisten anderen Büchern auch, bin ich der Meinung, dass es für Bücher im Prinzip keine Altersbeschränkung gibt und wir unseren Kindern gern mehr zutrauen dürfen. (OK, es kommt ggf. auf das Thema an.)

Auf den knapp 50 Seiten lernen wir einiges an Pflanzen kennen. Seien es Gänseblümchen, Huflattich, Veilchen, Glockenblume, Winde oder Wegwarte uvm.

In kurzen Reimen erfahren wir, was das Besondere an der Pflanze ist oder welche Heilkraft in ihr steckt. Bei einigen Kräutern befinden sich sogar Noten unter dem Reim und so kann das interessierte Kind noch ein neues Lied erlernen. Die Melodien entstammen übrigens der Feder von Ciril Cibulka. Das ist wirklich sehr schön gedacht und gemacht.

Illustriert wurde das Buch von Gerhard Lahr. Ich mag seine Arbeit sehr, da es nicht nur einfache Abbildungen von Pflanzen sind, sondern ein jedes Bild etwas Eigentümliches hat. Beim Löwenzahn etwa hängen an den Pusteblumensamen kleine Löwen dran und fliegen durch die Luft. An der Winde hängen kleine Zuckertüten, die aufgewickelt werden. Das ist der feine Witz, der mich begeistert und zum Schmunzeln bringt.

Ganz besonders schön sind die weißen, skizzenhaften Zeichnungen der Pflanzen auf dem grünen Vorsatzpapier des Buches. Sie geben eine gute Übersicht mit den zugehörigen Pflanzennamen.

Das Buch habe ich gebraucht gekauft, da es heute leider nicht mehr verlegt wird.

Heinz Kahlau (1972): Der Rittersporn blüht blau im Korn. Berlin: Der Kinderbuchverlag Berlin.

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