Gruselett und Lalula

Wie steht es bei euch mit dem Glück? Seid ihr glückliche Menschen? Habt ihr viel Glück – Günstlinge des Schicksals sozusagen? Ich bin im Großen und Ganzen glücklich – gesegnet mit einem wunderbaren Kind und einem selbstbestimmten, guten Leben.

Aber sind Glücklich-sein und Glück dasselbe? Nehmen wir Glück im Spiel… Das hatte immer mein Vati. Stellt euch vor: Er hat ein Auto auf dem Jahrmarkt gewonnen! Ein echtes! Egal an welcher Losbude wir Lose gekauft haben, mein Vati hat in den meisten Fällen den Hauptgewinn gezogen. Gewinnspiele in Zeitungen? – Jap, mein Papa gewinnt. Das ist ganz klar.

Und ich? Wenn eine Person in der Familie schon so extrem beim Schicksal absahnt, dann muss es schon fair bleiben und die anderen bekommen nix ab. Nicht mal bei Verlosungen, bei denen jeder was gewinnt, habe ich gewonnen. In diesem Fall kam nämlich meine e-Mail einfach nicht an. Ein hoffnungsloser Fall…

Und dann passierte das Unglaubliche: Ich habe bei einem Gewinnspiel gewonnen, an dem ich nicht mal absichtlich teilgenommen habe. (Ich habe die markante Überschrift, die den Post als Gewinnspiel auszeichnete überlesen, ok? – Das kann ja wohl mal passieren, oder? 🙂 ) Das ist super verrückt und ich bin noch jetzt ganz sprachlos, auch wenn mein Wortschwall das nicht glauben macht.

Lange Rede, kurzer Sinn: Seit gestern sind meine kleine Leseratte und ich Besitzerinnen eines ganz wunderbaren Gedichtbandes von Christian Morgenstern, der auf Instagram verlost wurde. Ich muss sagen, ich liebe seinen Wortwitz und die Absurditäten seiner Gedichte treffen genau meinen Nerv.

Vom leiv-Verlag wurde das Buch „Gruselett und Lalula“ herausgegeben, mit Illustrationen der großartigen Elinor Weise, die uns liebenswürdigerweise auch das Buch signiert hat. (Danke, Elinor!)

Ihre ganzseitigen Zeichnungen und Collagen fangen das Morgenstern’sche Wortspiel auf eine ganz eigene, erfrischende Weise ein. Da ist „Die Vogelscheuche“ umgeben von schwarzen Scherenschnitt-Raben. Da wird „Der Lattenzaun“ von einem Schattenmann einfach seines Zwischenraumes beraubt. Und da sitzen eng aneinander gerückt „Die drei Spatzen“ bei Schneegestöber auf einem Ast – mit Pudelmützen auf den Köpfen.

Gedichte wie „Die drei Spatzen“ oder „Die Enten laufen Schlittschuh“ kennt meine Leseratte schon aus dem Kindergarten. Ich bin gespannt, wie sie die anderen Gedichte findet, denn bisher hat sie das Buch noch nicht gesehen.

Ich kann mich gar nicht entscheiden, welches mir am besten gefällt, aber besonders im Kopf geblieben sind „Der Nachtschelm und das Siebenschwein oder Eine glückliche Ehe“ und „Der Korbstuhl“. Ach ja, und ich versuche noch die geheime Botschaft in „Das große Lalula“ zu entziffern. Ich weigere mich nämlich zu glauben, dass dies ein Quatschgedicht ist.

Wenn ihr Christian Morgenstern nicht kennt, solltet ihr das schleunigst ändern! Das Leben ist so viel leichter und heiterer mit seinen Versen. Und wenn ihr Elinor Weise kennen lernen wollt, dann schaut mal hier oder hier.

Ich kann mich nur wiederholen: Ich bin sprachlos! Und dankbar!

Christian Morgenstern / Elinor Weise (2021): „Gruselett und Lalula“. Leipzig: leiv Leipziger Kinderbuchverlag GmbH

(ISBN: 978-3-89603-554-7)

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