Kleiner grüner Esel

Ein grüner Esel steht auf zwei Beinen und isst Gras. Der Titel des Buches ist in oranger und grüner Schrift geschrieben worden.

Wer kennt das nicht? Wir haben unsere Lieblingspeise zubereitet und stellen sie stolz vor unseren Kindern auf den Tisch und dann DAS – ein unsicheres Lächeln oder direkt lautstarker Protest: „Das will ich nicht essen! Das schmeckt nicht!“ Ok, dann Plan B fürs Kind und mehr für mich. Aber erst, nachdem wenigstens einmal davon gekostet und es dann immer noch nicht für gut befunden wurde.

Wir hatten zusammen ein Kochvideo gesehen, in dem gezeigt wurde, wie man leckere Onigiri zubereitet. Weil dort Kinder kochten, war meine kleine Tochter Feuer und Flamme und wollte das unbedingt auch machen. Gesagt, getan. Und jetzt wissen wir, dass sie die Algenblätter pur isst, wie Chips, und dass sie den Reis mag, ABER nicht beides zusammen. Das Kochen hat trotzdem super viel Spaß gemacht und sie hat ganz fleißig Onigiri gerollt. (Wie ein Profi, wenn ich das mal ganz übertrieben, aber stolz sagen darf.)

Der kleine grüne Esel im gleichnamigen Buch von Anuska Allepuz, liebt Gras über alles. Er könnte es den ganzen, lieben langen Tag essen. Sogar ein Kissen hat er sich daraus gemacht, auf dem er, gleich morgens nach dem Aufstehen, genüsslich weiter mampfen kann.

Der kleine Esel frisst genüsslich Gras. Dabei werden bereits seine Ohren und Teile des Fells grün.

Der Esel ist so unglaublich glücklich und zufrieden mit deinem Leben, dass er es gar nicht einsieht, etwas daran zu ändern und etwas anderes zu kosten. Das kann man schon gut verstehen, finde ich. Doch kann es auch mal zu viel des Guten sein?

Der kleine Esel merkt nicht, dass ihn seine Grasliebe langsam aber sicher grün färbt. Das erkennt er erst, als er fröhlich singend den Teich erreicht, wo er etwas trinken möchte. Erschrocken entdeckt er dort sein Spiegelbild auf der Wasseroberfläche.

Um seiner Mutter so nicht unter die Augen zu treten, beschließt der Esel, sich gut zu tarnen. Doch was wäre das für eine Mutter die ihr eigenes Kind nicht erkennt? Sie bietet ihm an, einfach einmal etwas anderes zu kosten, da es sicher noch Dinge gibt, die ihm ebenfalls so gut schmecken, wie Gras.

Kleiner grüner Esel tarnt sich in orange-rotem Laub.

Der kleine Esel hält das zwar für unwahrscheinlich, probiert aber, wenn auch widerwillig, Orangen, Äpfel, Trauben, Melone oder Brokkoli. Und nichts davon will ihm recht schmecken. Bis er dann endlich eine Karotte kostet. Die hat es ihm angetan und er hat ein neues Lieblingsgemüse gefunden.

Was der kleine Esel in diesem Buch lernt ist nicht nur, dass man immer offen für neue, unbekannte Dinge sein sollte, sondern auch, dass man besser maßvoll genießt. Die Mischung der Lebensmittel macht ein gesundes und ausgewogenes Leben aus und beim Esel sicherlich auch eine schöne Fellfarbe.

Dieses Bibliotheksbuch hatten wir schon nach dem ersten Lesen ins Herz geschlossen. Dieser kleine, glückliche und singende Esel ist wirklich sympathisch und wartet auf mit viel Witz und komischen Ideen. Die Illustrationen sind frisch, eigen und trotz der vielen Farben nicht überladen. Es macht solchen Spaß, sich dieses Buch über Nahrung und die Freude am Essen und am Genießen anzuschauen. Die kurzen Reime sind eingängig und untermalen die Handlung mal frech und mal lieblich-melodiös.

Meine kleine Leseratte liebt es, den Esel zu begleiten, ihn singen zu hören und zu sehen, wie er die Leckereien der Eselsmama kostet und für ganz schrecklich befindet. Seine tierischen Begleiter sind auch der Hit, weil man sie, wie in einem Wimmelbuch, in jedem Bild suchen und finden kann. Mals schauen, ob ihr erkennt, wen ich meine.

Der kleine grüne Esel kostet Obst und Gemüse.

Dieses Buch aus dem Hause magellan ist eine ganz klare Empfehlung. – Nicht nur, wenn ihr eure Kinder dazu ermuntern wollt, einmal etwas Neues auszuprobieren. Das Buch macht glücklich und der Gedanke an den kleinen Esel zaubert uns und vielleicht auch euch ein breites Lächeln ins Gesicht. Gerade im Hinblick auf Ostern, kann ich mir gut vorstellen, dass zur Lektüre dieses Buches ein Stückchen Möhrentorte sehr gut schmeckt.

So, nun seid ihr dran! Erzählt mal: Welche Erfahrungen habt ihr gemacht mit ungeliebtem Essen eurer Kinder? Oder was waren oder sind die absoluten Highlights? War es schwer eure Kleinen für etwas Bestimmtes zu begeistern?

Anuska Allepuz (2020): Kleiner grüner Esel. Bamberg: Magellan GmbH & Co. KG

(ISBN: 978-3-7348-2068-7)

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